Über uns...

Kultur in der Provinz muss nicht provinziell sein!

Dieser Satz zieht sich wie ein roter Faden durch die über 25jährige Geschichte der Kultureinrichtung "KulturScheune Lange Wiese" in dem 600 Einwohner Dorf Wehrda/Kreis Bad Hersfeld/Rotenburg auf dem Lande.

Gegründet wurde der Verein im Jahre 1983 als "Verein zur Förderung kulturellen und kommunikativen Lebens in der Provinz auf der Lange Wiese e.V."- Eine Reihe von Kultur- und Kunstinteressierten schlossen sich zusammen, um in einer Scheune, inmitten des Ortes Wehrda, regelmäßig Kunstausstellungen zu zeigen und ein kommunikatives Zentrum entstehen zu lassen, das sowohl Traditionelles aufgreift als auch neue Impulse setzt.

Da die Scheune nur eine Sommernutzung zuließ, war man bezüglich der Ausstellungsaktivitäten sehr eingeschränkt. Dennoch entwickelten sich im Laufe der Zeit verschiedene Möglichkeiten. Ein Wohnhaus wurde genutzt für Aktivitäten im Kinder- und Jugendkreativbereich und das Kunstschulprogramm. In der Scheune fanden im Sommer Liederabende, Filmveranstaltungen, Konzerte, Kleinkunstprogramme, Kinder- und Jugendbuchmessen, Lesungen und unterschiedlichste Ausstellungen und Kunstaktionen statt. Rockfestivals wurden veranstaltet ebenso wie regelmäßige Kreativnachmittage und Kunstprojekte mit Kindern u.a. das Arche Noah Projekt, die Yellow Submarine, Bau eines Lehmhauses. Neben überregional beachteten Projekten, wie die "Arche Noah" (ein Kinderaktionsprojekt mit Künstlern), die "Johann Heinrich Wilhelm Tischbein" Ausstellung und die Ausstellung "Goethe als Theaterdirektor" oder eines Modellversuchs "Jugendkunstschule im ländlichen Raum, der ein umfangreiches Programm musisch-kultureller Bildung für Kinder Jugendliche und Erwachsene bot, bemühte sich der Verein um regionale Nachwuchsförderung sowohl im Bereich der bildenden Kunst als auch der Musik.

Parallel zu seinen kulturellen Aktivitäten leistete der Verein kulturelle Beratungsarbeit für andere Initiativen, Gemeinden und Städte. Das führte dazu, dass der Verein nach Öffnung der Grenze den Aufbau eines Kulturdienstes in Thüringen (ein Projekt des Bundesministeriums) übernahm mit dem Ergebnis der Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren in Thüringen.

Nachdem die Scheune 1996/97 über das Dorferneuerungsprogramm unter aktiver Beteiligung der ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins umgebaut werden konnte, waren die Voraussetzungen für eine ganzjährige Nutzung geschaffen. Seit der Zeit wurde ein generationsübergreifendes Kulturprogramm entwickelt mit der Schwerpunktsetzung Theater für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dies vor dem Hintergrund, dass es in der Region zwischen Kassel, Gießen, Fulda, Bad Hersfeld kein ganzjähriges Ensembletheater gibt. Sowohl mit den Kindertheaterfestspielen "Alice im Wunderland", "Mogli und seine Freunde", "Das Traumfresserchen" und "Der kleine Eisbär" etc. als auch mit den Erwachsenenstücken "Die Liebesgeschichte des Jahrhunderts", "Honigmond" und "Shakespeares Narren", alles Eigenproduktionen mit professionellen Schauspielern, wurde ein theaterinteressiertes Publikum erreicht.

Im Jahr 2004 fand die KulturScheune Lange Wiese in der Hermann-Lietz-Schule einen neuen Kooperationspartner. Im November 2004 wurden hier Schülerunternehmen gegründet, die nun in den Räumlichkeiten der KulturScheune Lange Wiese das Café und einen kleinen Dorfladen betreiben und darüber hinaus die Veranstaltungen mitorganisieren, die Räumlichkeiten vermieten und ein Angebot im Bereich Computer und Internet: "Haunetal online" machen. In den letzten drei Jahren wurde in Kooperationen mit der Hermann-Lietz-Schule und dem Dorf Wehrda und zuletzt mit dem Lauftreff Haunetal gemeinsam "Wehrda rennt" organisiert, ein Benefizlauf und ein Dorfevent zu Gunsten der Kinderkrebshilfe. Weitere Vernetzungsprojekte werden angestrebt.

Für sein ehrenamtliches Engagement im ländlichen Raum erhielt der Verein 1992 den Kulturpreis der Kulturpolitischen Gesellschaft und wurde von der von Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth ins Leben gerufenen Initiative "Demokratie leben" als ein Beispiel für ehrenamtliches Engagement in Hessen in den Bundestag eingeladen.

Kooperationspartner waren u.a. die Stiftung Lesen, das Institut für Bildung und Kultur in Remscheid, die Stiftung Weimarer Klassik, der Bundesverband der Jugendkunstschulen, die Bundes und Landesvereinigung der soziokulturellen Zentren, die Fachhochschule Fulda, das Jugendbildungswerk des Landkreises Bad Hersfeld/Rotenburg, die Kulturpolitische Gesellschaft, die Stiftung Mitarbeit, die Evangelische Kirche Kurhessen-Waldeck, die Hermann Lietz-Schule Schloss Hohenwehrda, der Kultursommer Nordhessen, „Lernende Regionen“ des Staatlichen Schulamts Hersfeld-Rotenburg/Werra-Meißner u.a.